Die feine englische Art – Ausgabe Februar 2026

 

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Guten Tag,

Spüren Sie es schon? Der Frühling klopft ganz leise an. Zumindest wenn es nach gälisch-keltischer Tradition geht: Dort markiert der 1. Februar den Beginn des Frühlings. Im alten Rom wurden Januar und Februar der Öberlieferung nach von Numa Pompilius in den Kalender aufgenommen, als er von zehn auf zwölf Monate erweitert wurde. Der Frühlingsbeginn lag dort im März.

Das Wort Februar leitet sich vom Wort februa ab, was Reinigung oder Läuterung bedeutet und auf die Rituale anspielt, mit denen man den Winter sozusagen abschüttelte. So gesehen macht es wohl tatsächlich Sinn, den Februar als Teil des Frühlings zu sehen. Da der Februar in Nicht-Schaltjahren nur achtundzwanzig Tage hat, wurde er im Walisischen als "y mis bach" – "der kleine Monat" – bezeichnet. Die Angelsachsen nannten ihn "Sol-monath" (Kuchenmonat), weil in diesem Monat den Göttern Kuchen dargebracht wurden.

Zu Shakespeares Zeiten vor etwa 400 Jahren wurde der zweite Monat des Jahres übrigens noch "Feverell" genannt. Zu Isaac Newtons Zeit findet man auch Schreibvarianten wie "Februeer"; als Standard hat sich im Englischen schließlich "February" durchgesetzt. In diesem Sinne, haben Sie eine wunderbare Einstimmung auf den Frühling, auch wenn es draußen mitunter noch kalt und frostig ist.

 

Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries

 

 
 
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Unsere Themen

 

Reisefreuden

Kultur-Tour

Fürs Heimkino

Aktuelles

 
 
 
 

Reisefreuden

 

 

Große Geschichte: Stirling

Die Altstadt von Stirling verzückt auf den ersten Blick mit Kopfsteinpflaster, kleinen Geschäften und einer quirligen Atmosphäre. Doch das kleine Städtchen kann in vielerlei Hinsicht mühelos mit Edinburgh oder Glasgow mithalten. Denn Stirling spielte eine entscheidende Rolle in der Schlacht von Stirling Bridge im Jahr 1297, bei der William Wallace und Andrew de Moray die englischen Truppen besiegten. Das National Wallace Monument, ein 67 Meter hoher viktorianischer Turm auf dem Abbey Craig, erinnert an den schottischen Nationalhelden und bietet ein spektakuläres Panorama über die umliegende Landschaft. Nur wenige Kilometer entfernt liegt Bannockburn, der Ort, an dem Robert the Bruce 1314 seinen historischen Sieg über die Engländer errang. Und dann ist da noch die Burg: Stirling Castle thront auf einem vulkanischen Felsen hoch über der Stadt und war jahrhundertelang eine der wichtigsten königlichen Residenzen Schottlands. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Felder und die Ochil Hills, die sich kilometerweit erstrecken.

 

Das Herz der Insel: Birmingham

Industrialisierung, seltsamer Akzent und die Peaky Blinders? Das gehört alles zu Birmingham und noch vieles mehr. Die zweitgrößte Stadt Großbritanniens war einst Zentrum der Metallverarbeitung und liegt am Rand des sogenannten "Black Country". Die rauchenden Schlote, die weite Teile mit einer feinen Rußschicht überzogen, brachten der Gegend diesen Namen ein. Das Black Country Living Museum mit Original-Häusern und Handwerksbetrieben erlaubt spannende Einblicke in den damaligen Alltag. Vom Ruß ist nicht mehr viel zu sehen, denn viele Gebäude der Millionenstadt stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Und die Stadt lockt heutzutage mit kreativem Flair, zahlreichen Museen, Galerien, Theatern und Einkaufsstraßen, die mühelos mit London mithalten können.

 

Freilaufende Rehe und Hirsche: Richmond Park in London

London ist immer für eine Öberraschung gut. Deshalb verwundert auch ein riesiger Park mit freilaufenden Rehen und Hirschen nur bedingt. Der Richmond Park wurde 1637 von König Charles I. als sein ganz persönliches Jagdrevier angelegt, ist heute Naturschutzgebiet und zugleich der größte königliche Park Londons mit einer Fläche von über 1.000 Hektar. Die Grünfläche besticht neben den rund 600 hier lebenden Hirschen und Rehen auch mit uralten Eichen, weitläufigen Grasflächen und malerischen Teichen – und bietet einen spektakulären Ausblick auf die Stadt, insbesondere vom King Henry's Mound, von wo aus man die St. Paul's Cathedral sehen kann. Der Park ist ideal zum Schlendern, Radfahren und um die Natur zu genießen.

 

Ein Dörfchen wie aus dem Bilderbuch: Clovelly in Devon

Nanu, habe ich eine Zeitreise unternommen? So oder so ähnlich lautet vielleicht Ihr erster Gedanke, wenn Sie in Clovelly ankommen. Die Kopfsteinpflasterstraßen des pittoresken Örtchens schlängeln sich steil über der Bideford Bay nach oben. Und was sofort auffällt: Clovelly ist komplett autofrei. Alle Lieferungen werden zu Fuß oder per Esel erledigt. Die Tiere waren früher überlebenswichtig und sind heute noch immer eine der beliebtesten Attraktionen des Dorfes. Clovelly ist auch nicht wirklich ein Dorf, sondern vielmehr ein Anwesen im Privatbesitz. Es gehörte früher Wilhelm dem Eroberer, König von England, der es seiner Frau schenkte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Ort der Außenwelt weitgehend unbekannt. Erst durch Charles Kingsleys Roman "Westward Ho!", der in und um das Dorf spielt, wurde das Örtchen zum touristischen Ziel. Die Geschichte des ungewöhnlichen Dorfes können Sie in den zwei Museen im Ort erkunden. Und vergessen Sie nicht, danach den Eseln Rex, Bert, Ernie und Alfred hallo zu sagen.

Dieses Video nimmt Sie auf einen Ausflug nach Clovelly mit.

 
 
 
 
 

Kultur-Tour

 

 

Gwen John: Strange Beauties, im National Museum Cardiff, Wales

Gwen John sah die Welt mit anderen Augen – ruhig, aufmerksam und mit außergewöhnlicher Tiefe. Diese Ausstellung vereint selten gezeigte Werke aus dem Amgueddfa Cymru sowie aus Sammlungen aus aller Welt – zu Ehren des 150. Geburtstags der walisischen Künstlerin. Es ist die erste große Präsentation ihrer Werke seit über vierzig Jahren und würdigt eine Künstlerin, deren Vision auch heute noch auffallend modern wirkt. Sehen Sie die Welt durch Gwens Augen und werfen Sie einen Blick auf das Wunderbare überall um uns herum.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2026 geöffnet.

 

Secrets of the Thames: Mudlarking London's Lost Treasures, London Museum Docklands

Haben Sie schon einmal von Mudlarking gehört? Zweimal täglich zieht sich das Wasser der Themse zurück und legt eine Landschaft frei, die den meisten Londonerinnen und Londonern unbekannt ist. Zwischen Schlamm und Steinen enthüllen die Gezeiten Objekte aus der reichen Vergangenheit Londons. Und die sogenannten Mudlarker heben diese Schätze. Diese Ausstellung verbindet Kunst und Archäologie und zeigt über 350 Fundstücke, von persönlichen Gegenständen bis hin zu historischen Relikten, viele sind zum ersten Mal zu sehen. Sie können zudem mehr über die Geheimnisse des Mondes und der Gezeiten erfahren, die das Mudlarking überhaupt erst möglich machen.

Noch bis zum 1. März 2026 können Sie diese Ausstellung besuchen.

 

Costume Couture: Sixty Years of Cosprop im Fashion & Textile Museum in London

Fans historischer Kostüme aufgepasst! Das legendäre Londoner Kostümatelier Cosprop wurde 1965 vom Kostümdesigner John Bright gegründet und entwirft seither historische Kostüme für Film, Fernsehen und Theater. Diese Ausstellung feiert die Kreativität des Ateliers und offenbart Spannendes über den Entwurfs- und Herstellungsprozess vom Drehbuch bis zur Leinwand. Gezeigt werden auch Kostüme, die noch nie öffentlich zu sehen waren – zum Beispiel Helena Bonham Carters Kostüm aus "Zimmer mit Aussicht", Meryl Streeps Kleidung aus "Jenseits von Afrika", Maggie Smiths Kleid aus "Downton Abbey" und der Anzug von Colin Firths Mr. Darcy aus "Stolz und Vorurteil".

Noch bis zum 8. März 2026 können die Kostüme bestaunen werden.

 

Lucian Freud: Drawing into Painting in der National Portrait Gallery, London

Lucian Freud (1922–2011) malte rohe und intensive Porträts und Aktstudien. Diese Ausstellung untersucht die lebenslange Beschäftigung des Künstlers mit dem menschlichen Gesicht und der menschlichen Figur von den 1930er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Das Besondere: Die Ausstellung konzentriert sich dabei auf Freuds Zeichnungen – von Bleistift- und Federzeichnungen mit Tusche bis hin zu Kohlezeichnungen und Radierungen. Auch einige seiner Gemälde lassen sich bestaunen. Im Vorfeld der Ausstellung hat die National Portrait Gallery zwölf Werke aus dem Nachlass von Lucian Freud erworben, darunter eine Radierung, die seine Tochter, die Modedesignerin Bella Freud, zeigt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Mai 2026 geöffnet.

 
 
 

 
 

Fürs Heimkino

 

 

 

In der ARD-Mediathek:

Die Chemie des Todes

Düster und fröstelnd wirkt die Landschaft im sonst so beschaulichen Norfolk schon in den ersten Szenen dieser Serie. Das bekommt auch Dr. David Hunter rasch zu spüren. Der ehemalige forensische Anthropologe wollte sich nach traumatischen Erlebnissen eigentlich als Landarzt niederlassen und zur Ruhe kommen. Doch als eine Mordserie seine neue Heimat erschüttert, muss David Hunter seine forensischen Fähigkeiten nutzen, um den Täter zu finden. In atmosphärisch dichten Bildern fördert er dabei auch Geheimnisse zutage, die unter der Oberfläche der scheinbar so friedlichen Dorfgemeinschaften lauern.

Die Serie steht noch bis zum 25. Februar 2026 in der Mediathek bereit.

 

Bei Amazon:

Steal

Lieben Sie Hochspannung? Dann sollten Sie sich diese Miniserie nicht entgehen lassen: Eine Diebesbande hat sich einiges vorgenommen. Ihr Ziel: der größte Coup aller Zeiten. Dazu dringt sie in die Räume der Pensionsverwaltungsgesellschaft Lochmill Capital ein und unterbindet mit Störsendern die Kommunikation. Zara Dunne, gespielt von Sophie Turner, gerät mitten hinein, als die Diebe Transaktionen im Wert von über vier Milliarden Pfund erzwingen. Fast das gesamte Kapital des Unternehmens wird abgezogen, bevor die Polizei überhaupt eintrifft. Und schon bald entsteht der Verdacht, dass Zara möglicherweise eine Schlüsselrolle bei diesem Verbrechen gespielt hat. Hochspannung pur!

Die komplette Serie können Sie auf Amazon streamen.

 

Bei Netflix:

How to Get to Heaven From Belfast

Wenn Sie die "Derry Girls" lieben, dann sollten Sie unbedingt in diese neue Serie der Erfinderin Lisa McGee hineinschauen. Trockener Humor ist mit Saoirse, Robyn und Dara garantiert. Die Enddreißigerinnen sind alte Schulfreundinnen und noch immer unzertrennlich. Als die drei in einer E-Mail vom Tod der einstigen Vierten im Bunde erfahren, führt eine fragwürdige Totenwache sie auf eine gefährliche und ziemlich lustige Odyssee durch Irland und darüber hinaus. Denn wer auch immer im Sarg liegt, ihre Freundin Greta ist es nicht. Grund genug für die Freundinnen, die Wahrheit herauszufinden – und das wird turbulent, schreiend komisch und enorm spannend.

Die erste Staffel steht seit heute auf Netflix bereit.

 

Kino zuhause:

The Quiet Girl

Dieses stille Meisterwerk basiert auf der Kurzgeschichte "Foster" der Autorin Claire Keegan und wurde ursprünglich in irischer Sprache gedreht. Der Film erzählt die Geschichte der neunjährigen Cáit, die aus einer lieblosen Familie im Irland der 1980er-Jahre stammt und den Sommer bei entfernten Verwandten auf dem Land verbringen soll. Bei dem kinderlosen Ehepaar Eibhlín und Seán erfährt das schweigsame, vernachlässigte Mädchen zum ersten Mal in ihrem Leben echte Zuwendung, Wärme und das Gefühl, willkommen zu sein. Der Film steht noch bis zum 5. März 2026 auf ARTE zur Verfügung.

Der Film steht noch bis zum 5. März 2026 auf ARTE zur Verfügung.

 
 
 
 

TV-Tipps

 


Die TV-Tipps rund um Großbritannien und Irland finden Sie als PDF-Datei unter diesem Link. Sie können sich die Datei herunterladen, im Browser anschauen oder auch ausdrucken.

Zusätzlich finden Sie die aktuellen TV-Tipps täglich unter diesem Link.
Auch hier haben Sie die Möglichkeit, das Vier-Wochen-Programm komplett als PDF zu laden, oder sich den täglichen Programmhinweis als RSS-Feed zu bestellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern und natürlich beim Anschauen der Sendungen!

Hinweis: Alle nächtlichen Sendungen, auch wenn sie nach Mitternacht beginnen, werden dem Vortag zugerechnet, ab 5 Uhr früh dann dem nächsten Tag.

 
 
 

 
 

Aktuelles

 

 

Christmas Quiz

Haben Sie beim Christmas Quiz mitgerätselt? Dann kennen Sie die Lösung sicherlich schon.
Sie lautet: Sherry für Father Christmas.

Eine klangvolle Mammutaufgabe

Das National Museum in Cardiff besitzt seit März 2025 ein neues Mammutskelett. Es ist allerdings gar nicht echt. Vielmehr basiert das Skelett auf einem Scan der Knochen eines Mammuts, das einst in den walisischen Grenzgebieten lebte. Es wurde in 3D gedruckt und anschließend bemalt. Doch ob echt oder nicht, wer hätte gedacht, dass ein derart imposanter Geselle bisher ohne Namen dastand? Das dachten sich auch die Verantwortlichen des Museums und schrieben kurzerhand einen Namenswettbewerb aus. Insgesamt gingen 1.400 Vorschläge ein, darunter Bendigeidfran, Merlin the Mammoth, Tusks, BFM (Big Friendly Mammoth), Sir Tusk-A-lot und Mammoth McMammoth Face.
Eine Woche lang wurde von den Besucherinnen und Besuchern eifrig abgestimmt, bis schließlich der neue Name feststand.
Die beiden Mitfavoriten Macsen and Morus hielten gut mit – doch am Ende gewann ein anderer Name haushoch: Tom Bones. Ganz zu Ehren des großen walisischen Sängers Sir Tom Jones, der mit dem neuen Namen des Skeletts ziemlich zufrieden zu sein scheint.
In den sozialen Medien warb er stolz für das Museum und sagte: "Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein uraltes Wollmammut nach einem benannt wird!" Die Verantwortlichen des Museums hoffen nun darauf, dass er seinen Namensvetter Tom Bones bald persönlich besucht.

 
 
 
 

Lesestoff

 

Jo Cunningham: Miss McMurray riskiert Kopf und Kragen

Die Statistikexpertin Una McMurray will unbedingt beweisen, dass Menschen, die Katzen besitzen, eine längere Lebenserwartung haben. Als die Besitzerin der Favoritenkatze der Londoner Cat Show stirbt, gerät ihre gewagte These ins Wanken. Una McMurray wittert Mord und beschließt, undercover mit ihrem Kater Pedro am Wettbewerb teilzunehmen. Die Erfolgsaussichten scheinen gering, sowohl für Pedro als auch für die Hobby-Detektivin Una. Haben beide dennoch eine Chance?

Den Roman finden Sie in unserem Shop – solange der Vorrat reicht!

Englands Krone

Die letzten 1.000 Jahre haben für die englischen Herrscherinnen und Herrscher einiges bereitgehalten: Intrigen, Glaubenskämpfe und Revolution trugen sich genauso zu wie Liebesgeschichten mit tödlichem Ausgang und der Aufstieg zum Weltreich. Vom frühen Mittelalter bis heute haben Königinnen und Könige England und später Großbritannien regiert und verändert. SPIEGEL-Autoren und Historiker erzählen von Wilhelm dem Eroberer und Heinrich VIII. über Königinnen wie Elizabeth I. und Victoria bis hin zu den Königen Georg (I.–V.), die die Geschichte Englands geprägt haben.

Das Buch ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).

 
 
 

 
 
 

Sprachecke: Unwissenheit auf die britische Art

 

Britisches Understatement drückt sich in unzähligen sprachlichen Eigenheiten aus. Grund genug, dieser britischen Besonderheit eine weitere Sprachecke zu widmen.
Denn es gibt im Britischen auch einige Möglichkeiten, Unwissenheit besonders höflich zum Ausdruck zu bringen.

Not quite sure
Briten kleiden ihre Unwissenheit oft in Schichten von Höflichkeit, Selbstreflexion und Humor. Das zeigt sich an Formulierungen wie "I'm not quite sure, to be honest" (Ich bin mir nicht ganz sicher, ehrlich gesagt) oder "I couldn't say with absolute certainty" (Ich könnte es nicht mit absoluter Sicherheit sagen). Diese Phrasen öffnen die Tür zu weiterer Diskussion, anstatt brüsk abzuwiegeln.
Besonders interessant ist die selbstkritische Variante. Anstatt einfach einzugestehen, etwas nicht zu wissen, stellen Briten ihre Unwissenheit oft als persönliches Versäumnis dar. Man hört Sätze wie "I'm afraid I haven't the foggiest idea" (Ich fürchte, ich habe nicht die leiseste Ahnung) oder "I must confess, I'm rather in the dark about that" (Ich muss gestehen, ich tappe da ziemlich im Dunkeln).

Being afraid
Sarah, eine neue Kollegin, fragt ihren Vorgesetzten James nach den Verkaufszahlen des letzten Quartals. James wird garantiert nicht "I don't know" sagen. Stattdessen antwortet er: "I'm afraid I don't have those at my fingertips at this precise moment" (Ich fürchte, ich habe sie gerade nicht griffbereit). Was James meint: Ich habe keine Ahnung.

Drawing a blank
An einer Bushaltestelle in Oxford fragt eine Touristin einen älteren Herrn nach dem Bus zum Museum. Der schwärmt kurz vom Museum und sagt dann: "As to the specific bus route, I'm afraid I'm drawing rather a blank" (Was nun die spezifische Busroute angeht, fürchte ich, da habe ich ein ziemliches Brett vor dem Kopf).

Not staking one's life on it
Im Pub diskutieren drei Freunde über die Schlacht von Hastings und wo sie genau stattgefunden hat. Einer sagt: "I'd venture to guess it was near Hastings itself, hence the name, but I wouldn't stake my life on it" (Ich würde vermuten, dass es in der Nähe von Hastings selbst war, daher der Name, aber ich würde mein Leben nicht darauf verwetten).

Search me
Noch lockerer wird es mit "Search me!" (Keine Ahnung!), das wortwörtlich "Durchsuch mich!" bedeutet. Wenn in einer WG-Küche der Wasserkocher im Kühlschrank auftaucht und jemand fragt "Why is the kettle in the fridge?" (Warum ist der Wasserkocher im Kühlschrank?), ist "Search me!" die perfekte Antwort.

Wouldn't like to say
Wenn hingegen im Büro jemand hinter vorgehaltener Hand fragt "Is he getting fired?" (Wird er gefeuert?), ist "I wouldn't like to say" (Dazu möchte ich nichts sagen) diskret und lässt offen, ob man nichts weiß oder lieber nichts sagen möchte.

Your guess is as good as mine
Diese Phrase sorgt sozusagen für eine Art Gemeinschaftsgefühl in der Unwissenheit. Wenn zwei Kollegen vor einem verschlossenen Konferenzraum stehen und sich fragen, ob das Meeting abgesagt wurde, passt "Your guess is at good as mine" (Da weiß ich genauso viel wie du). Das drückt elegant aus, dass beide im selben Boot sitzen.

I couldn't say
Es geht auch formeller: Bei einem Abendessen, wenn jemand fragt "Will she run for office again?" (Wird sie wieder kandidieren?), ist eine gute Antwort "I couldn't say, really. These things are often decided quite late" (Ich könnte es nicht sagen, wirklich. Diese Dinge werden oft recht spät entschieden), denn das ist sowohl vage als auch respektvoll.

Not off the top of my head
Wenn Ihr Chef nach einem Dateinamen fragt, ist "Not off the top of my head, no. Let me check my notes” (Nicht auf Anhieb, nein. Lassen Sie mich in meinen Notizen nachschauen) eine perfekte Antwort, die zwar Unwissenheit eingesteht, aber dennoch Kompetenz bewahrt.

God knows/Who knows
Bei einem Spaziergang, wenn es mal wieder am Feiertag in Strömen regnet und jemand fragt "Why do we always get rain on bank holidays?" (Warum regnet es immer an Feiertagen?), ist "God knows! Been like this since I was a girl" (Gott weiß es! Das ist schon so, seit ich ein Mädchen war) eine typisch britische Mischung aus Fatalismus und Humor.

Und zum Schluss noch ein Hinweis
Wenn Ihnen in Großbritannien jemand sagt "I may be wrong, but..." (Ich könnte mich irren, aber...), ist die Person sich ziemlich sicher. Umgekehrt bedeutet "I'm fairly certain..." (Ich bin ziemlich sicher...) gerne einmal, dass die Person absolut keine Ahnung hat.

 

 
 

 
 

Rezept des Monats: Fish and Chips, extra knusprig

 

 

Heute steht ein echter Klassiker auf der Karte. Wenn Sie also Lust auf eines der typischsten Gerichte Großbritanniens haben, dann bereiten Sie Fish and Chips doch einfach in der eigenen Küche zu.
Zugebenermaßen brauchen diese Fish and Chips ihre Zeit und erfordern so einige Handgriffe. Doch es lohnt sich.


Zutaten für den Fisch:

  • 60 g Weißmehl
  • 60 g Maisstärke
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • Salz, nach Geschmack
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, nach Geschmack
  • 1/3 Tasse kaltes dunkles Bier
  • 1/3 Tasse kaltes Sprudelwasser
  • 200 g Fischfilet in vier dicken Scheiben (Kabeljau, Schellfisch oder Seelachs)

Zutaten für die Chips:

  • 1 kg mehlige Kartoffeln, geschält
  • Pflanzenöl, nach Bedarf zum Frittieren


Zubereitung:

Geben Sie 2 Esslöffel vom zuvor abgewogenen Mehl in eine Tasse und stellen sie beiseite.
In einer großen Schüssel mischen Sie den Rest Mehl mit der Maisstärke und 1 Teelöffel Backpulver. Würzen Sie leicht mit einer Prise Salz und etwas frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer.
Fügen Sie 1/3 Tasse kaltes dunkles Bier und 1/3 Tasse kaltes Sprudelwasser zur Mehlmischung hinzu und rühren mit einer Gabel alles rasch zu einem Teig. Stellen Sie den Teig für 30 bis 60 Minuten in den Kühlschrank zum Ruhen.
Schneiden Sie 1 Kilogramm geschälte Kartoffeln in knapp 1,5 cm dicke Scheiben und machen Stäbchen im Format 1,5 x 1,5 cm daraus. Geben Sie die Chips in ein Sieb und spülen Sie sie unter kaltem Wasser gut ab.
Nehmen Sie einen großen Topf und füllen ihn etwa zu zwei Dritteln mit kaltem Wasser. Geben Sie die gewaschenen Chips in den Topf, sodass die Stäbchen komplett bedeckt sind. Bringen Sie alles bei hoher Hitze zum Kochen. Dann sofort auf niedrige Hitze stellen und für 3 bis 4 Minuten köcheln lassen.
Gießen Sie die Stäbchen ab und trocknen sie mit Küchenrolle. Dann im Kühlschrank mit Küchenrolle bedeckt aufbewahren, bis sie gebraucht werden.
In der Zwischenzeit die Fischfilets hervorholen, gut trockentupfen und mit etwas Salz leicht würzen.
Zum Warmhalten des Fisches heizen Sie nun den Ofen auf 95 °C vor. Legen Sie außerdem ein Backblech mit Küchenrolle aus und stellen Sie es beiseite.
Erhitzen Sie dann das Pflanzenöl auf 175 °C in einer Fritteuse oder einem großen, tiefen Topf (es sollten mindestens 8 cm Öl sein). Frittieren Sie die Chips portionsweise etwa 2 Minuten (sie sollten nicht braun werden). Herausnehmen und auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Teller abtropfen. Anschließend beiseitestellen.
Geben Sie 2 Esslöffel Mehl in eine flache Schüssel. Wenden Sie jedes Fischfilet im Mehl und schütteln Sie überschüssiges Mehl ab.
Bringen Sie die Öltemperatur zurück auf etwa 175 °C. Das funktioniert am besten mit einem Thermometer. Tauchen Sie jedes Filet in den Teig, sodass es komplett ummantelt ist und geben alle Filets sofort in das heiße Öl. Wenden Sie die Filets gelegentlich mit einem großen Schaumlöffel und frittieren Sie sie etwa 6 bis 8 Minuten, bis sie goldbraun sind.
Nehmen Sie die fertigen Filets aus dem Öl und geben sie auf das mit Küchenrolle ausgelegte Backblech. Bestreuen Sie sie leicht mit Salz und stellen Sie sie in den Ofen, um sie warm zu halten.
Erhitzen Sie das Öl dann wieder auf etwa 200 °C und frittieren die Chips portionsweise, bis sie goldbraun und knusprig sind. Das dauert etwa 5 Minuten. Dann aus dem Öl nehmen und abtropfen lassen. Mit Salz würzen.
Alles sofort servieren – gerne auch mit Erbsenmus und Mayonnaise.

Hilfreiche Tipps:

Verwenden Sie einen einzigen Topf für Fisch und Chips, so wird beides besonders lecker und knusprig.
Um sicherzustellen, dass sowohl Fisch als auch Chips gleichzeitig servierbereit sind, halten Sie den Fisch im niedrig temperierten Ofen warm, während Sie die Kartoffeln zum zweiten Mal frittieren.
Verwenden Sie den allerfrischesten Fisch. Gefrorener Fisch ist okay, aber stellen Sie sicher, dass er vollständig aufgetaut und komplett trocken getupft ist.

So sorgen Sie für Knusprigkeit:

Der Fisch und die Kartoffeln müssen sehr trocken sein.
Die Öltemperatur ist ebenfalls entscheidend. Wenn diese zu niedrig ist, saugen alle Teile mehr Öl auf und werden matschig. Zu heiß ist ebenfalls gefährlich, da der Fisch von außen zu braun werden kann, während er innen roh bleibt. Beim Frittieren verwenden Sie deshalb am besten ein Thermometer.
Vermeiden Sie es, die Pfanne zu voll zu machen. Denn das senkt die Öltemperatur, was ebenfalls zu einem zu weichen Ergebnis führen kann.

Guten Appetit!

 

 
 
 
 

 
 

Zu guter Letzt: Beefeaters

 

 

Die unter dem Namen Beefeaters bekannten Yeoman Warders wurden 1485 von Heinrich VII. berufen, um den Tower of London und die Gefangenen zu bewachen.
Aktuell gibt es 37 Yeomen Warders, deren Hauptaufgaben heute eher touristischer Natur sind – von Selfies bis hin zu Führungen. Doch sie pflegen auch uralte Traditionen, die sich bis heute kaum verändert haben.
Jeder Beefeater besitzt zum Beispiel einen eigenen Bierkrug. Und neue Rekrutinnen oder Rekruten werden mit einem Trinkspruch über einer großen Schale Portwein vereidigt, der lautet: "Mögest du niemals als Yeoman Warder sterben."
Dieser ungewöhnliche Gruß hat einen historischen Hintergrund. Früher wurde der Job als Yeoman Warder – der auch Unterkunft und Verpflegung beinhaltete – an den Meistbietenden verkauft. Das hieß, die Inhaber konnten in den Ruhestand gehen und ihre Position jederzeit weiterverkaufen. Wer im Amt verstarb, verlor diese lukrative Einnahmequelle, weshalb der Tod als Yeoman Warder als Pech galt. Doch 1826 war Schluss damit.
Der Herzog von Wellington verfügte, dass alle Yeomen Warders von nun an ehemalige Soldaten sein mussten, die aufgrund ihrer herausragenden militärischen Leistungen ernannt wurden. Der Kauf und Verkauf von Positionen wurden abgeschafft. Yeomen Warders müssen auch heute noch mindestens 22 Jahre ehrenvolle Dienste in den Streitkräften nachweisen können.
Eine uralte Aufgabe ist bis heute die Ceremony of the Keys, die jeden Abend beim Verschließen des Towers stattfindet – ein Ritual, das 700 Jahre zurückreicht.
Und es gibt eine kuriose Vereinbarung: Die Firma Marston's stellt schon seit langer Zeit Beefeater Gin her. Und für die Nutzung der Darstellung eines Beefeaters auf dem Etikett erhalten die Yeomen Warders unter anderem an ihren Geburtstagen einige Flaschen Beefeater Gin geschenkt.
Auch der Ravenmaster des Towers ist eine traditionelle Yeoman-Warder-Position. Die im Tower lebenden schwarzen Raben sind fast so ikonisch wie die Beefeaters selbst. Niemand weiß, wann sie zum ersten Mal herflogen. Aber die Legende besagt, dass der Tower und das Königreich untergehen, sollten sie jemals fortflattern. Deshalb verfügte Karl II., dass mindestens sechs Raben stets im Tower leben müssen.
Wer es schafft, Yeoman Warder zu werden, wird für die maßgeschneiderten Uniformen vermessen und eingekleidet. Die Tudor-Staatsuniform, das rot-goldene Gewand, das seit 1549 getragen wird, hat sich kaum verändert. Die blau-rote Alltagsuniform wurde erst 1858 eingeführt. Heute kommt die Tudor-Staatsuniform nur noch bei Staatsanlässen oder bei royalem Besuch im Tower zum Einsatz.
Wer die Yeoman Warders an normalen Tagen im Tower besucht, sieht sie deshalb meist in blau gekleidet.

 

 
 
 
 
 
 
 
     
 

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